ZählungenHilfeWelches Dachzelt wählen Sie: Softshell oder Hardshell? Vollständiger Vergleich

Softshell- vs. Hardshell-Dachzelte: Was sind die tatsächlichen Unterschiede?

Wer ein Dachzelt kaufen möchte, steht schnell vor derselben Entscheidung: Softshell oder Hardshell? Online findet man oft harte Meinungen und Halbwahrheiten, aber in der Praxis sind die Unterschiede weniger schwarz-weiß. Beide Typen haben ihre Stärken, passen aber zu völlig unterschiedlichen Arten des Reisens. In diesem Artikel listen wir die Unterschiede ehrlich und klar auf, damit Sie genau wissen, welches Dachzelt zu Ihrem Auto, Ihrem Reiseverhalten und Ihren Erwartungen passt.


1. Softshell und Hardshell: Was ist eigentlich der Unterschied?

Softshell Dachzelte lassen sich aufklappen und bilden einen geräumigen Schlafbereich mit viel Innenhöhe und einer breiten Grundplatte. Sie bieten in der Regel mehr Wohnraum und sind beliebt bei Reisenden, denen Komfort, Platz und Erweiterungsmöglichkeiten wichtig sind.

Hardshell-Dachzelte haben einen harten Koffer, der sich nach oben oder nach vorne klappen lässt. Sie sehen schnittig aus, sind kompakt und lassen sich schnell aufbauen.

Ein wichtiger Punkt, der oft vergessen wird:
In Softshell-Dachzelten kann die Bettwäsche fast immer beim Zusammenklappen liegen bleiben.
Bei vielen Hardshells ist dies ebenfalls möglich – vorausgesetzt, die Schale ist hoch genug.

Aber:
👉 Bei dünneren Hardshells ist das Gehäuse einfach zu flach, um Bettwäsche, Kissen oder eine Bettdecke darin zu lassen.
Da muss alles aus dem Zelt und ins Auto. In der Praxis macht das einen großen Unterschied, vor allem auf langen Reisen.


2. Einfache Einrichtung: Der Unterschied ist geringer als Sie denken

Hardshells lassen sich etwas schneller aufbauen – das steht fest. Man entriegelt die Verschlüsse, drückt einmal und die Gasfedern erledigen den Rest. Danach kann man genau wie bei den Softshells wählen, ob man die Vordächer mit den mitgelieferten Fensterstangen oder Vordachstangen ausklappt.

Aber auch bei modernen Softshells ist das ganz einfach:

  1. Lösen Sie die Hülle und nehmen Sie sie vom Zelt ab.

  2. Ziehen Sie die Leiter heraus.

  3. Verwenden Sie die Leiter, um das Zelt aufzuklappen.

  4. Befestigen Sie die mitgelieferten Stangen oder Fensterstreben über dem Eingang. 

  5. Jetzt können Sie sich entscheiden, ob Sie die Markisen mit den mitgelieferten Fensterstangen oder Markisenstangen ausfahren möchten.

Diese Handgriffe mögen länger klingen, aber es handelt sich dennoch um einen Vorgang, der nur wenige Minuten dauert.
Der Unterschied zwischen Softshell und Hardshell beträgt in der Praxis oft nur eine Minute, manchmal sogar weniger.

Für die meisten Reisenden macht dieser kleine Unterschied keinen Unterschied.
Die eigentliche Entscheidung hängt davon ab, was Ihnen sonst noch wichtig ist: Platz, Gewicht, Erweiterbarkeit und Lagerung.


3. Gewicht und Dachlast: Hier gibt es einen wichtigen Unterschied

Hardshell-Dachzelte sind aufgrund ihrer Kofferkonstruktion deutlich schwerer. Das hat direkte Auswirkungen:

  • Ihr Auto muss eine höhere dynamische Tragkraft haben.

  • Ihre Dachgepäckträger müssen schwerer belastbar sein.

  • Kompakte SUVs und PKWs fallen manchmal aus

Softshells sind leichter und passen daher auf viel mehr Fahrzeuge.
Wer ein Auto mit einer geringeren Dachlast hat, entscheidet sich schnell für eine Softshell.

Der Gewichtsunterschied ist manchmal ausschlaggebender als Geschmack oder Aussehen.


4. Platz, Komfort und Schlafqualität

Softshell-Dachzelte schneiden hier besonders gut ab. Sie bieten:

  • mehr Innenraum

  • oft eine längere Bettlänge

  • mehr Sitzplatz

  • mehr Platz zum Ablegen von Gegenständen neben Ihrer Matratze

Für Langzeitcamper ist dies wichtig, denn:

👉 Fast jeder schläft mit einem Kissen – dadurch benötigt man automatisch eine effektivere Bettlänge, als es auf dem Papier erscheint.

Bei Hardshells hängt der Schlafbereich stark vom Modell ab. Einige bieten eine gute Länge und Höhe, andere sind aufgrund ihres schlanken Designs kompakt und niedrig. Das ist praktisch für den Transport im Auto, macht den Innenraum jedoch enger.


5. Aerodynamik und Kraftstoffverbrauch: viele Missverständnisse

Hardshells wirken aufgrund ihrer strömungsgünstigen Form aerodynamisch. Untersuchungen und praktische Erfahrungen zeigen jedoch:

👉 Der Kraftstoffverbrauch zwischen Softshells und Hardshells unterscheidet sich kaum.

Warum? Der größte Einfluss kommt von:

  • die Form des Autos selbst

  • die gesamte Frontfläche

  • die Dachgepäckträger

  • Der wichtigste Faktor: Geschwindigkeit

Die Form des Zeltes spielt eine viel geringere Rolle als oft angenommen wird.
Der vermeintliche „große Vorteil” von Hardshells in diesem Bereich ist daher vor allem optischer Natur.


6. Erweiterungsmöglichkeiten: Softshells gewinnen hier eindeutig

Softshell-Dachzelte sind für Erweiterungen ausgelegt. Dank eines größeren Überhangs, einer breiteren Grundplatte, mehreren Befestigungspunkten und einem geringeren Gewicht kannst du ganz einfach:

  • vollständige Wohnzelten

  • Schiebewände verwenden

  • Eine Markise auf Ihrem Dachgepäckträger anbringen

  • Seitenwände hinzufügen

  • Erweitern Sie Ihren Wohnraum für längere Reisen

Hardshells sind aufgrund ihrer festen Schale viel eingeschränkter:

  • wenige Befestigungspunkte

  • selten für vollständiges Wohnzelt geeignet

  • meist nur eine kleine Markise möglich

Für Reisende, die ihre Ausrüstung jetzt oder später erweitern möchten, ist Softshell die mit Abstand logischste Wahl.


7. Lagerung & Verpackungsvolumen: oft vergessen, aber entscheidend

Der Stauraum im und um das Zelt herum bestimmt viel mehr Komfort, als Sie denken.

Softshells:

  • Die Bettwäsche kann liegen bleiben.

  • Decken passen problemlos (Kissen nicht immer)

  • Kleine Gegenstände können oft zusammengefaltet mitgenommen werden.

  • weniger loses Gepäck im Auto

Hardshells:

  • Bei vielen Modellen kann die Bettwäsche liegen bleiben.

  • Bei dünnen Hartschalen ist das jedoch nicht möglich → alles muss ins Auto, was Platz kostet und für mehr Unordnung im Fahrzeug sorgt.

    Für Familien und lange Reisen ist dieser Unterschied sehr deutlich spürbar.


8. Lebensdauer, Wartung und Lagerung Ihres Dachzeltes

Lebensdauer & Wartung

Softshell:

  • Gut trocken lagern

  • Eine Imprägnierung ist in der Regel erst nach 3–4 Jahren erforderlich, oft sogar noch später (Ziel ist es, die Wasseraufnahme zu verringern und die Trocknungszeit zu verkürzen. Das Gewebe und die Nähte sind wasserdicht).

  • Reißverschlüsse gelegentlich überprüfen 

Hardshell:

  • Gasfedern regelmäßig überprüfen

  • Reißverschlüsse, Scharniere und Verschlüsse geschmeidig halten

  • Rubber auf Verschmutzung und Austrocknung überprüfen

Aufbewahrung Ihres Dachzeltes außerhalb der Saison

Viele Zelte haben aufgrund falscher Lagerung eine kürzere Lebensdauer. So machen Sie es richtig:

  • Softshells lassen sich sowohl flach als auch auf der Seite liegend ganz einfach verstauen.

  • Hardshells sind groß und ihre Deckel sind kratzempfindlich. Am besten lagern Sie sie flach. Hardshells können nur auf die Seite gelegt werden, wenn Sie Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Kratzer zu vermeiden.

  • Vermeiden Sie feuchte Scheunen oder unbeheizte Räume.

  • Wischen Sie Sand und Schmutz vom Stoff und der Abdeckung oder dem Deckel ab, bevor Sie das Zelt verstauen.

  • Bewahren Sie das Zelt stets vollständig trocken auf.

Ein gut verstautes Zelt hält nachweislich Jahre länger.


9. Welches Dachzelt passt zu Ihrem Reisestil?

Wählen Sie eine Softshell, wenn Sie:
✔ mehr Platz im Innenraum wünschen
✔ Erweiterungsmöglichkeiten wichtig finden
✔ mit der Familie reisen
✔ längere Urlaube machen
✔ Flexibilität für die Zukunft wünschen
✔ Wenn Sie zu Hause wenig Stauraum haben

Wählen Sie eine Hartschale, wenn Sie:
✔ kompakt reisen möchten
✔ eine einfache Bedienung wünschen
✔ oft kurze Stopps einlegen
✔ zu zweit reisen
✔ nur wenige Erweiterungen benötigen


10. Fazit: Nicht besser oder schlechter – sondern anders.

Softshells und Hardshells sind keine Gegensätze. Sie sind für unterschiedliche Arten von Reisenden konzipiert.

  • Softshell = Raum, Komfort, Erweiterbarkeit

  • Hardshell = kompakt, schlank und schnell

Die beste Wahl ist das Zelt, das zu Ihrem Auto und Ihrer Art zu reisen passt.
Mit diesem Vergleich wissen Sie genau, worauf Sie achten müssen.

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